Hautpflege Tipps: Hausmittel für eine gesunde Haut

Wenn es um Hautpflege geht, ist das Angebot unglaublich umfangreich. Unzählige Produkte, eine Vielzahl an Inhaltsstoffen und blumige Werbeversprechen machen die Entscheidung schwer. Tagescreme, Nachtcreme, Augencreme, Serum, Cleanser, Gesichtsmasken, Bodylotion, Nahrungsergänzungsmittel und vieles mehr – doch was davon braucht man wirklich? Welche Inhaltsstoffe wirken wirklich (nachweislich) gegen Falten? Und welche Zusätze in Kosmetik sind eher bedenklich oder schlicht und einfach unwirksam?

Eine gesunde und schöne Haut wünscht sich wohl jeder. Was viele nicht wissen: Alleine Gesichtsmasken und regelmäßige Gesichtsreinigungen reichen oft nicht aus. Neben der richtigen Pflege spielen auch eine ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise eine wichtige Rolle. Du wünscht dir eine rundum gepflegte und strahlende Haut? Wir verraten dir die besten Tipps für eine gesunde Gesichtshaut. Außerdem findest du hier wertvolle Hintergrundinformationen zu deiner Haut.

Inhaltsverzeichnis

Die Haut und ihre Funktion

Unsere Haut ist ein komplexes Gebilde und wird auch als das größte Organ des Körpers bezeichnet. Sie umgibt unseren gesamten Körper als schützende Oberfläche. Um zu verstehen, welche Hautpflege ideal ist, sollten wir uns zunächst den Aufbau und die Funktion der menschlichen Haut etwas näher betrachten.

Wie ist die Haut aufgebaut?

Je nach Körpergröße und Körpergewicht hat die Haut eines Menschen eine Fläche von rund eineinhalb bis zwei Quadratmetern. Sie umgibt den gesamten Körper. Wo die äußere in die innere Körperoberfläche übergeht, wird aus der Haut eine Schleimhaut. Die Haut besteht aus mehreren Schichten. Die oberste, sichtbare und fühlbare Schicht der Haut ist die Oberhaut (Epidermis). Sie kommt direkt mit Hautpflegemitteln in Kontakt, die von außen aufgetragen werden. Ob (und welche) Inhaltsstoffe überhaupt in die Tiefe vordringen können, klären wir weiter unten.

Unter der Oberhaut liegt die Lederhaut (Dermis) mit den Talgdrüsen und dem Bindegewebe, das maßgeblich für die Straffheit der Haut verantwortlich ist. Darunter findet sich die Unterhaut (Subcutis) mit einer lockeren Struktur aus Fett und Bindegewebe.

Welche Funktion erfüllt die Haut?

Die Haut erfüllt eine Reihe von wichtigen Funktionen. Zum einen schützt sie den Körper nach außen hin: Vor Wasserverlust durch Verdunsten, vor Schlägen und Stößen, vor Schäden durch Sonnenlicht sowie vor dem Eindringen von Krankheitserregern und Schadstoffen. Zudem spielt die Haut eine wichtige Rolle im Immunsystem und ist der Ort des ersten Kontaktes mit Krankheitserregern und Allergenen.

Eine attraktive Frau mit schöner Haut

Das wird sichtbar, wenn es zu Hautreaktionen wie Rötungen, Schwellungen oder Ausschlag kommt. Durch die Abgabe von Schweiß und durch Unterschiede in der Durchblutung dient die Haut außerdem der Wärmeregulation bei Hitze oder Kälte. Nicht zuletzt ist die Haut auch ein Sinnesorgan. Berührungen, Temperatur, Druck und Schmerzen werden durch ein umfassendes Netzwerk feiner Nerven weitergeleitet, so dass wir selbst kleinste Berührungen und Temperaturschwankungen spüren und unterscheiden können.

Was bedeutet richtige Hautpflege?

Eine gute Hautpflege sollte die oben genannten Funktionen der Haut optimal unterstützen. Wenn wir ehrlich sind: Darum geht es jedoch in vielen Fällen nicht, wenn wir Hautpflege kaufen. Häufig steht dahinter eher der Wunsch nach reiner, gut aussehender, straffer und möglichst faltenloser Haut. Beides lässt sich jedoch gut kombinieren. Zum Beispiel ist Feuchtigkeit ein maßgeblicher Faktor für beide Aspekte: Die tägliche Reinigung entzieht der Haut Feuchtigkeit. Zudem wird die Haut im Alter dünner und trockener. Eine gute Versorgung mit ausreichend Feuchtigkeit unterstützt die natürliche Barrierefunktion der Haut und beugt zugleich Falten vor.

Unten findest du einige Beispiele für sinnvolle Inhaltsstoffe und auch Tipps dazu, welche Bestandteile nicht in eine empfehlenswerte natürliche Hautpflege gehören.

Kann man Falten durch Hautpflege reduzieren?

Früher war Werbung für Hautpflege manchmal irreführend. Es gab zum Beispiel eine Werbekampagne für eine Gesichtscreme, wobei mit „60-prozentiger Faltenreduktion“ geworben wurde. Dahinter steckte, dass 6 von 10 Testerinnen subjektiv beurteilt hatten, dass die Creme sich positiv auf ihre Falten ausgewirkt hätte. Das ist eine komplett andere Aussage. Heute gibt es deshalb strikte Vorgaben für Werbeaussagen. Zahlen müssen mit Studien klar belegt werden. Dennoch ist es auch heute noch so: Nicht jede Creme, auf der „Anti-Falten“ steht, reduziert auch nachweislich Falten.

Kann man denn nun überhaupt Falten durch Cremes reduzieren? Oder zumindest die Entstehung weiterer Falten verlangsamen? Bei der Antwort auf diese Fragen scheiden sich die Geister. Nachdem die Stiftung Warentest 2015 neun Cremes getestet hatte, erhielten alle Produkte die Note mangelhaft. Nach wochenlangem Eincremen einer Gesichtshälfte (auf der anderen Seite wurde eine einfache Feuchtigkeitscreme angewendet) waren keinerlei Unterschiede sichtbar. Das ist auch kein Wunder. Denn immerhin ist die Hautalterung ein sehr individueller und außerdem auch höchst komplexer Prozess. Eine Vielzahl innerer und äußerer Faktoren trägt zur Bildung von Falten bei (1). Darum lassen sich nur wenige Fakten ganz klar nachweisen:

  • Der Lebensstil hat mehr Einfluss auf die Hautalterung und Hautstruktur als äußerliche Hautpflege (mehr dazu unten).
  • Jede Haut ist anders. Was bei einem Menschen gut verträglich ist und gut gegen Falten wirkt, kann bei Anderen unwirksam sein oder Irritationen auslösen.
  • Hautalterung lässt sich nicht rückgängig machen. Tiefere Falten tatsächlich (ohne Injektion von Fillern, Botox oder durch ein Facelifting) loszuwerden, funktioniert also leider nicht.
  • Feine Fältchen lassen sich zum Teil durch eine gute Feuchtigkeitsversorgung und bestimmte Inhaltsstoffe abmildern. Mehr zu sinnvollen Inhaltsstoffen, UV-Schutz und Antioxidantien kannst du unten nachlesen.
  • Vorsorge kann die neue Bildung von Falten reduzieren. Der Lebensstil und die richtige Hautpflege spielen dabei zusammen.

Wie sieht richtige Hautpflege aus?

Die richtige Hautpflege zu finden, ist schwer. Zudem ist jede Haut anders und Hautpflege deshalb immer sehr individuell. Hier findest du einige Tipps, mit denen du die perfekte Hautpflege und die für dich passenden Inhaltsstoffe auswählen kannst.

Wie viel Pflege braucht die Haut?

Hand aufs Herz: Wie viele Cremes, Duschgels, Gesichtsreiniger und sonstige Hautpflegemittel stehen in deinem Badezimmer? Wenn es nach Experten geht: Meist zu viele. Manche Empfehlungen gehen sogar so weit, dass Waschen mit Wasser eigentlich Pflege genug für das Gesicht ist.

Im Alltag wird unsere Haut jedoch stark belastet. Trockene Luft, Sonne, Kälte oder heißes Bade- und Duschwasser muss die Haut verkraften. Abgase, Feinstaub und Schweiß lagern sich auf der Haut ab. Darum ist eine tägliche Reinigung des Gesichts wichtig. Das gilt besonders, wenn Make-up oder getönte Cremes aufgetragen werden. Allerdings entzieht jede Reinigung, ist sie auch noch so mild und seifenfrei, der Haut Fett und Feuchtigkeit (2).

Diese sollte man deshalb mit der passenden Creme zurückgeben. Wissenschaftler aus Schweden konnten zeigen, dass die Verwendung von feuchtigkeitsspendenden Pflegeprodukten die Barrierefunktion der Haut messbar unterstützt (3). Auch deinen Körper solltest du regelmäßig eincremen. Wenn du keine besonders trockene Haut hast, reicht es in der Regel, sich zweimal pro Woche am ganzen Körper einzucremen.

Du solltest jedoch auch daran denken, dass eine zu intensive Reinigung die natürliche Hautflora schädigen kann. Auf unserer Haut leben zahlreiche Bakterien, die wichtig sind und die Ansiedlung von hautschädigenden Pilzen und Bakterien verhindern. Darum gilt: Nicht zu oft waschen, nicht zu lange waschen und das Wasser sollte nicht zu heiß sein. Peelings können die Hautflora zu einem großen Teil entfernen und sollten daher nicht zu häufig angewendet werden.

Pflege für verschiedene Hauttypen

Für die Auswahl der richtigen Pflege ist der Hauttyp wichtig. Mischhaut, trockene Haut, unreine Haut und leicht fettende Haut haben unterschiedliche Bedürfnisse. Allerdings ist der Hauttyp oft nicht leicht zu erkennen. Fettig aussehende Haut kann trotzdem zu wenig Feuchtigkeit enthalten. Du kannst deinen Hauttyp bei der Kosmetikerin (und auch bei manchen Frisören oder Nagelstudios, die auch Hautpflege anbieten) testen lassen. Dabei werden Fett- und Feuchtigkeitsgehalt gemessen. Bei starker Problemhaut ist die Hautärztin/der Hautarzt der richtige Ansprechpartner.

Es gibt für jeden Hauttyp unzählige Pflegeserien. Hier hilft oft nur ausprobieren: Wenn die Haut sich gut anfühlt, gut aussieht und weder Unreinheiten noch Rötungen zeigt, kannst du bei der Pflegeserie bleiben. Bei sehr sensibler oder sehr trockener Haut können Produkte mit Harnstoff oder eine medizinische Hautpflege sinnvoll sein (4).

Empfehlenswerte Inhaltsstoffe in Pflegecremes

Wir haben einige der häufigsten Inhaltsstoffe in Hautpflegeprodukten unter die Lupe genommen. Folgende Bestandteile in einer Hautpflege können wir empfehlen.

  • UV-Schutz in Tagescremes: Ein UV-Schutz kann chemisch oder natürlich (mineralisch) sein, je nach Vorliebe. In jedem Fall gehört der UV-Schutz in der Tagescreme zu den wichtigsten Faktoren, die die Hautalterung tatsächlich und nachweislich bremsen können.
  • Antioxidantien: Freie Radikale beschleunigen die Hautalterung. Diese reaktiven Substanzen entstehen unter anderem durch Stress, UV-Strahlung, Nikotin, Alkohol und Schadstoffe aus der Umwelt. Darum sind auch Antioxidantien (Radikalfänger) empfehlenswerte Inhaltsstoffe in der Hautpflege. Dazu gehören unter anderem Vitamin C, Vitamin E, Vitamin A (Retinol), Coenzym Q10 und Beta-Carotin.
  • Feuchtigkeitsspender: Feuchtigkeit ist immens wichtig. Ohne spezifische Antifaltenwirkstoffe ist alleine der Feuchtigkeitsspender schon in der Lage, kleine Trockenheitsfältchen zu glätten. Zu den Inhaltsstoffen, die Feuchtigkeit spenden, gehören unter anderem Glycerin, Harnstoff, Milchsäure und die im folgenden genauer erklärte Hyaluronsäure.
  • Hyaluronsäure: Hyaluronsäure ist ein körpereigener Stoff, der viel Wasser bindet und dadurch die Haut elastisch hält. Mit zunehmenden Alter sinkt der Hyalurongehalt der Haut, was die Haut trockener, empfindlicher und anfälliger für Falten macht. Studien belegen, dass Hautpflege mit Hyaluronsäure die Elastizität und Straffheit der Haut erhöhen kann (5). Allerdings muss sie dazu in einer bestimmten, niedrig-molekularen Form vorliegen. Nur so kann die Hyaluronsäure tief eindringen. Hyaluronsäure gibt es auch zum Einnehmen, dazu mehr im letzten Teil dieses Artikels.
  • CBD-Öl: Manche von euch kennen CBD-Öl (Öl der Hanfpflanze) vielleicht als Mittel zum Einnehmen, zum Beispiel bei nervösen Beschwerden oder Schlafstörungen. Doch es hat auch äußerlich angewendet eine Reihe positiver Wirkungen. Es soll die Schutzbarriere der Haut stärken, einen Anti-Aging-Effekt haben und beruhigend bei Hautirritationen wirken. Zudem zeigt CBD-Öl entzündungshemmende Eigenschaften.
  • Aloe vera: Die Aloe vera ist eine kaktusähnliche Pflanze. Das aus den Blättern gewonnene Gel enthält eine große Menge wertvoller pflanzlicher Inhaltsstoffe. In Studien wurde nachgewiesen, dass Aloe vera entzündungshemmend wirkt, viele Antioxidantien enthält, die Zellteilung anregt und die Wundheilung fördert (6).

Für alle diese Inhaltsstoffe gilt: Sie wirken nur bei regelmäßiger Anwendung. Grundsätzlich ist eine tägliche Anwendung empfehlenswert. Die Effekte der Anwendung zeigen sich erst im Verlauf von Wochen, Monaten und Jahren.

Problematische und umstrittene Inhaltsstoffe

Nicht alles, was an Kosmetik und Hautpflegemitteln im Handel erhältlich ist, ist empfehlenswert. Einige Inhaltsstoffe gelten als gesundheitlich bedenklich oder können Allergien auslösen. Naturkosmetik verzichtet auf viele problematische Inhaltsstoffe. Übrigens sind nicht alle bedenklichen Zutaten “chemisch”. So gehören zum Beispiel manche ätherischen Pflanzenöle zu den starken Allergenen. Deshalb sollten Allergiker nicht nur auf eine natürliche Hautpflege, sondern auch auf parfümfreie oder besonders allergen-arme Alternativen achten.

Mineralöle

Fast alle Gesichtspflegeprodukte (bis auf fettfreies Serum oder Aqua-Gele) enthalten Öle und Fette. Das ist auch sinnvoll. Diese sollten jedoch nicht auf Mineralölbasis hergestellt sein. Solche Fette verbergen sich zum Beispiel unter den Inhaltsstoffen Paraffin / Paraffinum liquidum, Mineral Oil, Petrolatum oder Cera microcristallina / mikrokristallines Wachs. Besser sind Fette und Öle wie Shea Butter, Avocadoöl, Jojoaböl, Olivenöl oder Mandelöl. Zusätzlich enthalten Pflanzenöle oft von Natur aus Antioxidantien wie Vitamin E.

Konservierungsstoffe (Parabene)

Bestimmte Konservierungsstoffe, die Parabene, können hormonell wirksam sein. Auf der Packung findet man diese Inhaltsstoffe zum Beispiel als Methylparaben oder Butyparaben deklariert. Als Alternative können harmlosere Substanzen wie Benzoesäure und Sorbinsäure genutzt werden.

Allergieauslösende Duftstoffe

Einige Duftstoffe haben ein hohes allergenes Potenzial. Dazu gehören synthetisch hergestellte Substanzen, naturidentische Aromastoffe und ätherische Öle. Wer sensible Haut hat, der sollte auf eine milde Hautpflege mit wenig Duftstoffen achten. Ganz ohne Parfüm muss es nur bei Allergikern sein. Denn manche Cremes haben einen nicht sehr angenehmen Eigengeruch, den die Düfte überdecken.

PEG (Polyethylenglykol)

Verschiedene PEG fungieren in Kosmetik und Hautpflegemitteln als Emulgator oder lassen Wirkstoffe besser in die Haut eindringen. Sie gelten oft als schädlich. Allerdings gibt es Studien, laut derer die am häufigsten verwendeten Polyethylenglykole sicher und gut verträglich sind (7). Dennoch sollten Menschen mit gereizter, sehr sensibler oder geschädigter Haut vorsichtshalber lieber auf PEG verzichten.

Wollfett /Wollwachs (Lanolin)

Gilt nur für zu Allergien neigende Menschen. Wollwachs stammt, wie der Name vermuten lässt, tatsächlich aus Wolle. Es handelt sich um den Talg von Schafen, der das Fell wasserabweisend macht. Es wird bei der Wäsche von Schafwolle gewonnen. Heute wird es immer seltener verwendet, da es häufiger zu Allergien führt, als andere Salbengrundlagen.

Kollagen dringt nicht in die Haut ein

Kollagen ist ein Protein, das im Bindegewebe der Haut enthalten ist und für Elastizität und Festigkeit sorgt. Ist es in Kosmetik enthalten, bringt das allerdings leider nichts für die Straffheit der Haut. Denn es kann nachweislich nicht durch die oberste Hautschicht dringen. Allerdings ist es auch nicht schädlich, sondern kann sogar für mehr Feuchtigkeit in der oberen Hautschicht sorgen. Das können jedoch auch alle herkömmlichen Feuchtigkeitsspender.

Stattdessen lässt sich die Kollagensynthese in der Haut aber tatsächlich von außen ankurbeln, indem die Hautcreme Feuchtigkeitsspender und Antioxidantien enthält. Zu den empfehlenswerten Antioxidantien gehören vor allem Retinol und Vitamin C, die beide den Kollagenaufbau anregen.

Wie sieht Hautpflege von innen aus?

Die Haut lässt sich nicht nur von außen pflegen. Vor allem wenn es um die langfristige Verlangsamung der Hautalterung geht, ist Unterstützung von innen wichtig. Dabei spielt der Lebensstil eine wichtige Rolle. Hier erfährst du, wie du deine Haut von innen optimal versorgst und ob Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind.

Freie Radikale bekämpfen und Hautalterung verlangsamen

Wenn es um den besten Lebensstil für die Haut geht, dreht sich alles um die Vermeidung von freien Radikalen (8). Diese verursachen oxidativen Stress und beschleunigen die Zellalterung. Das geschieht unter anderem, indem sie die Aktivität von Kollagenasen anregen. Das sind Enzyme, die Kollagen abbauen. Ist weniger Kollagen in der Haut vorhanden, wird sie schlaffer und weniger elastisch.

Mit diesen Tipps kannst du freie Radikale bekämpfen

  • Gifte meiden: Nikotin und Alkohol erhöhen die Freisetzung von freien Radikalen in der Haut. Darum haben Raucher nachweislich eine beschleunigte Hautalterung.
  • Antioxidantien: Antioxidantien sind Radikalfänger. Sie können vor UV-bedingter Hautalterung schützen (9). Eine Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse enthält reichlich Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E, Vitamin A, Zink und B-Vitamine. In einer niederländischen Studie mit 2753 älteren Menschen hatten diejenigen mehr Falten, die viel rotes Fleisch und Fastfood verzehrten (10). Wer mehr Obst und Gemüse aß, hatte messbar weniger Falten.
  • UV-Strahlung meiden: Ein guter sommerlicher Sonnenschutz und der Verzicht auf das Solarium können langfristig die Hautalterung deutlich verzögern.
  • Stress vermeiden und ausreichend schlafen: Dauerhafter Stress und Schlafmangel erhöhen die Bildung freier Radikale. Den „Schönheitsschlaf“ gibt es also wirklich.

Weitere Tipps für schöne Haut

  • Wenig Zucker und Weißmehl: Zucker und Weißmehl lassen den Blutzuckerspiegel und dadurch den Insulinspiegel stark schwanken. Da Insulin auch die Talgproduktion in der Haut fördert, können dadurch Hautunreinheiten entstehen.
  • Autophagie anregen: Die Autophagie ist der zelleigene Recyclingprozess. Eine reibungslose Funktion der Autophagie scheint eng mit einer langsameren Zellalterung zusammenzuhängen (11). Die Autophagie kannst du durch Fasten (Heilfasten oder Intervallfasten) anregen. Auch Spermidin, eine natürliche, körpereigene Substanz, die in zahlreichen Nahrungsmitteln enthalten ist, regt die Autophagie an (10). Die beste Spermidin-Quelle sind Weizenkeime. Doch auch Sojabohnen, lange gereifter Käse, Nüsse und Kürbiskerne enthalten viel Spermidin.
  • Sport: Sport fördert das Immunsystem, regt die Durchblutung der Haut an und hilft beim Stressabbau. Darum ist regelmäßige Bewegung eine wichtige Basis für schöne Haut.
  • Viel Wasser trinken: Der einfachste Tipp für eine gut versorgte Haut – auf eine ausreichende Trinkmenge achten. Am besten eignet sich stilles Wasser.

Nahrungsergänzungsmittel für schöne Haut

Viele der oben genannten Faktoren für schöne Haut nimmt man automatisch in ausreichender Menge zu sich, wenn man auf eine ausgewogene Ernährung achtet. Viel Obst und Gemüse sorgen dafür, dass die Nahrung viele Antioxidantien enthält. Deshalb ist eine Nahrungsergänzung meist nicht nötig und hat oft auch kaum Effekte auf die Haut. Zudem ist der Einfluss von Lebensstil und Ernährung auf die Hautalterung erst nach vielen Jahren wirklich sichtbar, während man Nahrungsergänzungsmittel in der Regel nur kurzfristig einnimmt.

Allerdings kann es sein, dass du bestimmte Ernährungsbestandteile nicht magst, wegen Unverträglichkeiten nicht essen darfst oder aufgrund der Arbeit wenig Zeit hast, immer frisch zu kochen. So kann es sinnvoll sein, einen Vitalstoffstatus mittels Bluttest durchzuführen, um zu sehen, ob du irgendwelche Mängel hast. Dann können bestimmte Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein.

Es gibt verschiedene Nahrungsergänzungsmittel speziell für die Haut mit verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen, die antioxidativ wirken. Zu den Antioxidantien gehören Vitamin A, C und E, Selen und Zink, Beta-Carotin, Carotinoide (Lutein, Lycopin, Astaxanthin) und viele weitere sekundäre Pflanzenstoffe (Anthocyane, Resveratrol, Flavonoide).  Auch Weizenkeimextrakt gilt als gute Ergänzung für die Haut, denn wie oben bereits erwähnt, enthalten Weizenkeime viel Spermidin, was die Autophagie anregt.

Hyaluronsäure ist nicht nur ein wirkungsvoller Bestandteil von Anti-Falten-Cremes, sondern wird auch als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Die eingenommene Hyaluronsäure soll das Gewebe mit Wasser und Nährstoffen versorgen, wodurch die Haut eine verbesserte Spannkraft erhält (12).

Auch Kieselerde soll durch das enthaltene Silizium für schöne Haut und Haare sorgen. Allerdings ist hier die Wirkung nicht ausreichend belegt. Zudem werden immer wieder Blei-Verunreinigungen in Kieselerde-Produkten nachgewiesen, warnt die Deutsche Verbraucherzentrale (13). Generell gilt: Bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, solltest du dich genau über den Hersteller informieren und darauf achten, dass keine unnötigen Zusatzstoffe im Produkt sind.

Die besten und erprobten Hautpflegetipps

Selbstgemachte Peelings und Masken

Anders als bei einer normalen Gesichtsreinigung, werden beim Peelen abgestorbene Hautreste entfernt. Das Hautbild wird hierdurch sichtbar verfeinert und die Poren werden frei. Ich verwende zweimal wöchentlich ein einfaches Peeling, das ich aus Natron und Heilerde herstelle:

Peeling

Jeweils einen halben Teelöffel Natron und Heilerde mit ein paar Tropfen Wasser oder Kamillentee zu einem Brei anrühren und damit sanft das Gesicht einreiben. Mit Wasser abspülen und die Haut danach wie gewohnt pflegen. Ich wende das Peeling zweimal die Woche statt der normalen Gesichtsreinigung an.

Masken kann man einerseits zur porentiefen Reinigung verwenden und andererseits zum Nähren der Haut.

Reinigungsmasken

Zur Reinigung verwende ich am liebsten Heilerde-Masken oder Natron-Kokosöl-Masken. Beide stelle ich im nachfolgenden Video für eine reine Haut vor.

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Feuchtigkeitsmaske

Um die Haut mit Nährstoffen und Feuchtigkeit zu versorgen, mache ich einmal in der Woche die folgende Maske:

  • eine halbe, sehr reife Avocado
  • 1 TL Honig
  • 1 TL Naturjoghurt
  • einige Tropfen Olivenöl

Die Avocado wird mit einer Gabel zerdrückt und mit den übrigen Zutaten gut verrührt. Das Ganze trägt man auf das gereinigte Gesicht auf und entspannt sich dann für 15 Minuten. Man kann auch noch ein warmes, feuchtes Tuch über das Gesicht legen, das verhindert, dass die Maske austrocknet und tut einfach gut. Danach einfach mit warmem Wasser abwaschen und die Haut je nach Bedarf pflegen.

Bei mir ist im Sommer nach einer solchen Maske gar keine Creme mehr nötig, da die Haut gut gesättigt ist. Im Winter kannst du in die Maske anstatt des Joghurts einen Eidotter geben. Der macht die Maske reichhaltiger, was für die kalte Jahreszeit optimal ist.

Selbstgemachtes Gesichtsöl

Wie wird meine Haut schön und gesund? Die Basis einer strahlenden Haut ist natürlich eine gesunde Ernährung aber auch die Versorgung von außen mit der richtigen Pflege, frei von künstlichen und belastenden Inhaltsstoffen. Am besten selbst gemacht mit wertvollen Ölen! Was auf meine Haut kommt, ist mir ebenso wichtig wie das, was auf meinen Teller kommt. Deshalb verwende ich seit vielen Jahren ausschließlich Naturkosmetik. Ganz viele Produkte mache ich selber mit ausgewählten Rohstoffen wie hochwertigen Pflanzenölen.

Hautpflege selbstgemacht – mit feinsten Ölen

Meine Gesichts- und Körperpflege ist ganz schnell und unkompliziert herzustellen und macht die Haut unvergleichlich weich und gepflegt. In den folgenden Beiträgen findet ihr meine Lieblingsrezepte für ein Gesichtsöl und einen Körperbalsam sowie eine Übersicht, welches Öl zu welchem Hauttyp passt. Probiert es aus –  es ist so einfach und schnell gemacht. Ich bin mir sicher, ihr werdet es lieben, so wie ich.

Im folgenden Video zeige ich dir, wie ich mit Ölen meine Haut elastisch und jung halte:

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Weitere selbstgemachte Naturkosmetik

Ich habe auch noch weitere Videos zur selbstgemachten Naturkosmetik aufgezeichnet:

  • Bienenwachssalbe: wirkt beruhigend, antiseptisch, durchblutungsfördernd, hautglättend und fördert die Zellerneuerung
  • Body-Melts: das sind feste Stücke Körperbutter, die auf der Haut schmelzen und sie sehr weich und elastisch machen – perfekt gegen Dehnungsstreifen!
  • Lippenpflege: ein sehr einfaches Rezept mit nur 3 Zutaten – macht sehr weiche Lippen und wirkt extrem pflegend
  • Deo-Creme: hoch wirksam aus Kokosöl und Natron

Kräuter für eine schöne Haut

Stiefmütterchen – der Allrounder

Das Ackerstiefmütterchen ist das Kraut für etliche Hautprobleme. Es wirkt entzündungshemmend, reizmildernd, antibakteriell und antioxidativ. Bei Akne, Hautekzemen, Milchschorf und als Blutreinigungsmittel wird ein Tee zubereitet und dieser innerlich und äußerlich angewendet.

Zubereitung: 2 Teelöffel der geschnittenen frischen Pflanze (samt Wurzel) oder 1 Teelöffel des getrockneten Krauts in 1/4 Liter kaltes Wasser geben, zum Sieden erhitzen  (aber nicht kochen) und abseihen. Der Tee  sollte mehrere Wochen zu den Hauptmahlzeiten getrunken und äußerlich in Form von Kompressen angewendet werden. Besonders wirkungsvoll ist eine Gesichtsmaske mit Heilerde, die mit Stiefmütterchentee angerührt wird.

Brennnessel zur Entschlackung

Brennnesselblätter haben eine entgiftende und blutreinigende Wirkung. Regelmäßig getrunken führt Brennnesseltee zu einem reineren Teint. Aber Vorsicht: bei akneanfälliger Haut kann es in den ersten 2 Wochen zu einer Verschlimmerung der Symptome kommen, bevor sich die Haut bessert.

Zubereitung: einige frische Blätter oder 1 Teelöffel getrocknete Brennnessel mit ¼ Liter kochendem Wasser aufgießen, 10 Minuten ziehen lassen (nicht länger) und abseihen. 2-3 Mal täglich frisch zubereitet trinken.

Die Anti-Aging-Kräuter

Zur Hautverjüngung werden besonders Ackerschachtelhalm, Frauenmantel, Rosmarin, Aloe Vera und Thymian eingesetzt. Ihre hautstraffende Wirkung haben sie den enthaltenen Flavonoiden, Gerb- und Bitterstoffen sowie feuchtigkeitsspendenden Komponenten zu verdanken. Sowohl innerlich als Tee oder Saft eingenommen als auch äußerlich als Kompresse oder Gel/Creme können sie der Hautalterung entgegenwirken.

Fermentierte Pflanzenessenzen

Fermentierte Pflanzenessenzen stellen eine gute Möglichkeit zur natürlichen Erhaltung bzw. Optimierung der Hautfunktionen dar. Besonders, wenn die Essenzen mit Hyaluronsäure und anderen Vitalstoffen wie Biotin, Kieselsäure, Zink und Kupfer angereichert sind, kann die regelmäßige Einnahme zu einer deutlichen Verbesserung des Hautbildes und zur Optimierung von Bindegewebe, Gelenken, Haaren und Nägeln führen.

Die beste Ernährung für die Haut

Viele vergessen, dass auch unsere Ernährung einen großen Einfluss auf unser Hautbild hat. Damit unsere Haut strahlen kann, benötigt sie die richtigen Vitamine und Mineralstoffe. Hierfür eignen sich vor allem frische und gesunde Lebensmittel. Vor allem eine basenüberschüssige Ernährung ist hier angesagt.  Wenn unser Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht ist, sieht man das sehr schnell an einem fahlen oder unreinen Hautbild.

Fast Food und Süßigkeiten sollten unbedingt reduziert werden, da diese Hautunreinheiten verursachen.

Im folgenden Video gebe ich dir meine persönlichen Tipps für eine reine Haut:

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Gesunder Darm für eine gesunde Haut

Der Zustand unseres Darms und dessen Mikrobiom (Darmflora) hat große Auswirkungen auf unsere Haut, welche den Zustand der Darmschleimhaut außen widerspiegelt. Wenn der Darm nicht richtig funktioniert, können einerseits Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente nicht richtig aufgenommen werden, und andererseits können Schadstoffe vermehrt eindringen und Fäulniserreger sowie Pilze in der Darmflora Fuß fassen. Die Folgen – die Haut reagiert mit Pickeln, Akne oder gar mit einem Ekzem. Auch Hautkrankheiten wie Neurodermitis und Schuppenflechte stehen in Zusammenhang mit der Darmflora, welche unser Immunsystem steuert.

Was ist also zu tun? Wenn man das Gefühl hat, dass der Darm nicht richtig funktioniert, man häufig unter Verdauungsproblemen leidet, dann könnte ein Blick auf die Ernährung sowie eine Sanierung des Darms angezeigt sein. Dafür habe ich einen kostenlosen Leitfaden zur Darmsanierung erstellt. Außerdem findest du hier unseren Fachartikel zum Thema Darmflora aufbauen und regenerieren.

Heilfasten verbessert das Hautbild

Mein persönliches Allround-Heilmittel ist das Heilfasten. Es verbessert in erster Linie die Darmsituation sowie das Immunsystem und ist die beste Entgiftungsmaßnahme, die ich kenne. Vermutlich ist das der Grund, weshalb es auch so gut auf die Haut wirkt. Wenn ich faste, habe ich schon nach wenigen Tagen ein feineres und rosigeres Hautbild. Ich werde nicht müde, jede Gelegenheit zu nutzen, um über das Fasten zu schwärmen. Nicht umsonst mache ich es schon seit über 20 Jahren regelmäßig.

Für all jene, die zu Hause fasten möchten, habe ich ein 7-Tage-Fastenprogramm erstellt. Damit bekommt man jeden Tag ein Video und eine Text-Info von mir zugeschickt, wo ich alles Tagesrelevante bespreche. Ich zeige z.B. genau, wie ein Einlauf funktioniert, unterstütze die Fastenden auch mental beim Fasten und gebe meine besten Gesundheitstipps für die Zeit danach.

Trinken nicht vergessen

Wer sich eine schöne Gesichtshaut wünscht, sollte immer ausreichend Feuchtigkeit zu sich nehmen. Am gesündesten ist natürliches Mineralwasser ohne Kohlensäure. Wem Mineralwasser zu langweilig ist, kann auf ungezuckerten Kräutertee oder Infused Water zurückgreifen. Dafür gibt man Obst, Gemüse und/oder Kräuter in einen Krug mit Wasser und lässt das etwa 3 Stunden im Kühlschrank stehen. Mit Eiswürfel serviert, ist das ein sehr leckeres Getränk für heiße Tage und liefert zusätzlich wertvolle Vitalstoffe. Hier ein Beispiel:

Infused Water – Apfel-Minze: auf einen Liter Wasser kommt ein kleiner Apfel in Scheiben und 3 Zweige frische Minze.

Um unsere Haut ausreichend mit Feuchtigkeit zu versorgen, sind 2 Liter ungezuckerte Flüssigkeit am Tag notwendig. Kaffee ist in Maßen und schwarz oder mit Pflanzenmilch genossen, erlaubt. Tierische Milch und Milchgetränke, gezuckerte oder mit Süßstoff versetzte Soft Drinks und Säfte sowie Alkohol sollten für ein schönes Hautbild vermieden werden.

Haut vor der Sonne schützen

Besonders im Sommer ist ausreichender Sonnenschutz ein absolutes Muss, um seine Haut vor Schädigungen und frühzeitiger Hautalterung zu schützen. Doch auch zu den übrigen Jahreszeiten ist es oft sinnvoll, eine pflegende Creme mit Lichtschutzfaktor zu verwenden. Viele Make-ups oder Tagescremes sind mit einem Lichtschutzfaktor ausgestattet. Wie bei allen Hautpflegemitteln, ist auch beim Sonnenschutz auf Naturkosmetik zu achten.

Bewegung an der frischen Luft

Wenn du dich an der frischen Luft bewegst, werden deine gesamten Zellen gut mit Sauerstoff geflutet. Zusätzlich werden durch die intensive Atmung über die Lunge Giftstoffe ausgeschieden. Diese positive Wirkung bemerkt man sehr rasch am feineren und rosigeren Teint.

Genügend Schlaf

Wenn vom berüchtigten Schönheitsschlaf die Rede ist, handelt es sich um eine wichtige Erholungsphase für den Körper und die Haut. Wer eine konstant schöne Haut haben möchte, sollte auf regelmäßige und ausreichende Schlafenszeiten setzen. Im Idealfall schläft ein Mensch 7-8 Stunden am Tag, um sich regenerieren zu können. Wir haben hier die besten Tipps bei Schlafstörungen zusammengefasst.

Stress im Alltag reduzieren

Wer hätte das gedacht? Stress wirkt sich nicht nur negativ auf unsere Psyche aus, sondern tut auch unserer Gesichtshaut nicht gut. Den Spruch “Die Haut ist der Spiegel der Seele” mag ich zwar nicht so gerne, aber zumindest kann man ihn so verstehen, dass sich seelischer Stress zumindest bei manchen Menschen am Hautbild widerspiegelt.  Neben beruhigenden und wohltuenden Cremes ist wohl Entspannung die beste Möglichkeit, um unserer Haut Ruhe zu gönnen.

Praktische Tipps zur allgemeinen Körperpflege

Wieso ist Körperpflege wichtig?

Morgens zu duschen gehört bei den meisten selbstverständlich zur morgendlichen Routine. Dass wir jeden Tag viel Zeit in unsere Körperpflege investieren, hat gleich mehrere Gründe: Körperpflege beschafft uns Wohlbefinden und wir optimieren damit unser Äußeres – einerseits, um uns selbst besser zu gefallen, andererseits, um bei anderen einen guten (ersten) Eindruck zu hinterlassen. Neben all diesen eher subjektiven Gründen gibt es aber auch einen ganz objektiven Grund für die tägliche Körperpflege und Hygiene: Wir erhalten damit unsere Gesundheit.

Bei der regelmäßigen Körperpflege befreist du deine Haut von Schmutz, Krankheitserregern, Schweiß und überschüssigem Hautfett (Talg). So verhinderst du, dass die Poren verstopfen und sich Bakterien, Pilze und Viren vermehren können. Diese würden ansonsten Hautirritationen, Pickel, Infektionen und einen unangenehmen Körpergeruch verursachen. Durch Schuppen und Talg auf der Kopfhaut kommt es bei mangelnder Körperhygiene zu Juckreiz, Pilzinfektionen und zu trockenem, stumpfem Haar.

Was ist bei Körperpflege zu beachten

2020 haben die Menschen in Deutschland rund 14 Millionen Euro in den Kauf von Kosmetikartikel investiert. Davon allein 3,3 Millionen Euro für Haut- und Gesichtspflegemittel und weitere 3,2 Millionen Euro für Haarpflegemittel. Das geht aus einer Erhebung des Industrieverbandes für Körperpflege und Waschmittel (IKW) hervor. Wir geben demnach jährlich viel Geld für die Körperpflege aus – und das Interesse steigt weiter an, wie der Beauty-Report der Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung (gik) zeigt (14). Analog dazu ist das Angebot an Produkten immens.

Vorsicht vor zu viel Körperpflege

Mit dem eigentlichen Sinn der Körperpflege, nämlich dem Entfernen von Schmutz, Schadstoffen und Krankheitserregern, hat das nicht mehr viel zu tun. Das Saubersein ist durch die Kosmetikindustrie scheinbar aus dem Fokus geraten. So kommt es, dass wir uns durch geschickte Werbung häufig Pflegemittel kaufen, die für die Körperpflege im Grunde vollkommen überflüssig sind oder dem Körper auf Dauer sogar schaden können – sehr zur Sorge von Hautärzten und Hygieneforschern.

Natürliche Hausmittel vor chemischen Pflegemitteln

Häufig enthalten Pflegprodukte eine ganze Reihe an chemischen Inhaltsstoffen, die für den Körper eher schädlich als nützlich sind. Dazu gehören synthetische Tenside, Silikone, Duft- und Farbstoffe oder antibakterielle Zusätze. Sie können Hautirritationen verursachen oder allergische Reaktionen hervorrufen.

Nicht zu unterschätzen ist auch, dass viele Kosmetikprodukte Mikroplastik, sogenannte synthetische Polymere, enthalten, die in fester, gelartiger oder flüssiger Form vorliegen können. Das zeigt auch ein Bericht, der vom NABU-Bundesverband in Auftrag gegeben wurde (4). Die Mengenangaben zu den Anteilen in den fertigen Endprodukten belaufen sich aufgrund fehlender Daten auf Schätzungen. So geht die Studie für Deutschland von einem jährlichen Polymeranteil von 20.000 bis 50.000 Tonnen aus – und das allein für Polyacrylate, die nur eine von mehreren Polymer-Formen darstellen.

Schonender für den Körper und die Umwelt sind Pflegemittel, die ausschließlich natürliche Substanzen enthalten. Wer ganz auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte selbst aktiv werden: Mit einfachen, natürlichen Mitteln und wenig Aufwand kannst du viele Pflegeprodukte selbst herstellen – von Gesichtsmasken über Hand- und Fußpflege bis hin zu Haarkuren. Auch Badezusätze lassen sich einfach selbst herstellen und haben ganz unterschiedliche positive Effekte: Milch und Honig machen deine Haut geschmeidig und weich. Lavendelöl als Badezusatz sorgt nach einem langen Tag für die nötige Entspannung. Rosenöl und Meersalz helfen gegen fettige Haut und wirken entschlackend.

Die richtige Haarpflege

Viele Shampoos, Spülungen und Haarkuren enthalten synthetische Tenside, Silikone, Parfüm sowie Farb- und Konservierungsstoffe. Diese künstlichen Substanzen können die Kopfhaut reizen und Allergien auslösen. Außerdem ist auch in vielen Haarpflegemitteln Mikroplastik nachweisbar.

Natürliche Haarpflege

Spülst du deine Haare mit zu heißem Wasser und wäschst sie mit Shampoos, die künstliche und aggressive Inhaltsstoffe beinhalten, zerstörst du die natürliche Schicht deiner Kopfhaut. Wenn du generell zu trockener Haut neigst, steigt die Gefahr der Schuppenbildung, während deine Kopfhaut bei fettigen Haaren noch mehr und schneller neues Hautfett (Talg) produziert.

Für eine schonende Haarpflege greifen immer mehr Verbraucher auf natürliche Mittel zurück. Mögliche Alternativen zum klassischen Shampoo sind Haarseifen, Natron, Roggenmehl, Heilerde und Lava- oder Tonerde. Sie alle entfernen Talg und Schmutz von der Kopfhaut, ohne sie zu entfetten.

Einige gehen sogar soweit, selbst die Shampoo-Alternativen bei der Haarwäsche wegzulassen. Diese Anhänger der sogenannten No-Poo-Bewegung waschen ihre Haare ausschließlich mit Wasser. Sie sind der Auffassung, dass sich das Haar mit der Zeit umgewöhnt und dann weniger Talg produziert. Experten stehen dem allerdings kritisch gegenüber (15), da die Talgproduktion nicht über Sensoren gesteuert wird und zudem die Intensität der Talgproduktion sehr individuell ist.

Wie oft soll ich meine Haare waschen?

Das ist eine Streitfrage, auf die es keine klare Antwort gibt. Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, wie oft eine Haarwäsche notwendig ist. Je nach Job bzw. Grad des Nachfettens kann das zwischen täglich und zweimal pro Woche variieren: Wer beruflich häufig mit Schmutz in Kontakt gerät oder viel schwitzt, sollte die Haare häufiger waschen. Ebenso, wenn die Haare schnell fettig werden.

Grundsätzlich solltest du deine Haare nur waschen, wenn es nötig ist. Zu häufiges Waschen mit (aggressiven) Pflegemitteln belastet die Haare und die Kopfhaut. Gleiches gilt für häufiges Färben, zu heißes Föhnen und den Kontakt mit Chlorwasser.

Wie pflege ich die Nägel?

Die Nägel an Händen und Füßen bestehen aus Keratin, das sie stabil und widerstandsfähig macht, damit sie ihre Aufgabe erfüllen können: die empfindlichen Finger- und Zehenkuppen vor Druck, Reibung und Verletzungen zu schützen. Das geht aber nur, wenn die Nägel richtig gepflegt werden.

Wie schneide ich die Nägel richtig?

Fingernägel wachsen pro Woche etwa einen Millimeter, Fußnägel benötigen für den gleichen Zuwachs etwa einen Monat. Früher oder später ist es also an der Zeit, die Nägel zu kürzen, damit sie schön gepflegt bleiben und beim Laufen oder alltäglichen Handgriffen nicht behindern. Allerdings musst du darauf achten, wie du deine Nägel schneidest.

Zum Kürzen der Fingernägel kannst du eine Nagelfeile, eine Nagelschere oder einen Nagelclip verwenden. Für die Fußnägel ist Letzterer am besten geeignet, da sie dicker sind als Fingernägel.

Fingernägel kannst du rund, eckig oder spitz formen. Wichtig: Die Nägel an den Seiten nicht zu tief einschneiden, damit der Nagel nicht in die Haut einwächst. Bei den Fußnägeln solltest du immer eine gerade Schnittkante wählen, weil sie sonst leichter einwachsen. Das kann mitunter schmerzhafte Begleiterscheinungen wie Hautreizungen, Nagelwall- oder Nagelbettentzündungen hervorrufen.

Auch für die Länge der Nägel gibt es klare Empfehlungen. Achte beim Nagelschneiden darauf, dass die Nagelplatten nach dem Kürzen noch die Finger- und Zehenkuppen bedecken. Das entspricht einem Nagelrand von ein bis zwei Millimetern. Sind die Nägel zu kurz, wölben sich die Kuppen nach oben, was Schmerzen, Reizungen und Verletzungen verursachen kann. Zu lange Fußnägel sind ebenfalls problematisch, weil sie gegen die Schuhspitze stoßen und dadurch Schmerzen und Irritationen hervorrufen können.

Nagelhaut zurückschieben statt schneiden

Die Nagelhaut schützt das Nagelbett vor äußeren Einflüssen wie chemischen Substanzen und Keimen. Wenn du sie rabiat abschneidest, riskierst du damit Verletzungen und eine Nagelbettentzündung. Stattdessen solltest du die Nagelhaut vorsichtig zurückschieben.

Weiche dazu die Fingerspitzen zunächst in Wasser oder Nagelhautentferner ein. Anschließend schiebst du die Nagelhaut dann mit einem Stäbchen vorsichtig zurück.

Pflege für schöne Nägel

Für schöne Hände und Füße kannst du sie einmal pro Woche mit Oliven- oder Mandelöl massieren. Das versorgt die Nägel und Haut optimal mit Feuchtigkeit. Damit die Hände schön geschmeidig bleiben, solltest du sie am besten nach jedem Waschen mit einer rückfettenden Creme behandeln. Die Creme sollte lipidreich sein und befeuchtende Stoffe wie Urea, Glyzerin, Hyaluronsäure oder Squalane enthalten.

Quellenangaben

  1. Khavkin J, Ellis DA. Aging skin: histology, physiology, and pathology. Facial Plast Surg Clin North Am. 2011 May;19(2):229-34.
  2. Draelos ZD. The science behind skin care: Cleansers. J Cosmet Dermatol. 2018 Feb;17(1):8-14.
  3. Buraczewska I, et al. Changes in skin barrier function following long-term treatment with moisturizers, a randomized controlled trial. Br J Dermatol. 2007 Mar;156(3):492-8.
  4. Celleno L. Topical urea in skincare: A review. Dermatol Ther. 2018 Nov;31(6):e12690.
  5. Bukhari SN, et al. Hyaluronic acid, a promising skin rejuvenating biomedicine: A review of recent updates and pre-clinical and clinical investigations on cosmetic and nutricosmetic effects. Int J Biol Macromol. 2018 Dec;120(Pt B):1682-1695.
  6. Hes M, et al. Aloe vera (L.) Webb.: Natural Sources of Antioxidants – A Review. Plant Foods Hum Nutr. 2019 Sep;74(3):255-265.
  7. Fiume MM, et al. Safety assessment of alkyl PEG ethers as used in cosmetics. Int J Toxicol. 2012 Sep-Oct;31(5 Suppl):169S-244S.
  8. Rinnerthaler M, et al. Oxidative stress in aging human skin. Biomolecules. 2015 Apr 21;5(2):545-89. doi: 10.3390/biom5020545.
  9. Petruk G, et al. Antioxidants from Plants Protect against Skin Photoaging. Oxid Med Cell Longev. 2018 Aug 2;2018:1454936.
  10. Mekić S, et al. A healthy diet in women is associated with less facial wrinkles in a large Dutch population-based cohort. J Am Acad Dermatol. 2019 May;80(5):1358-1363.e2.
  11. Gu Y, et al. Biomarkers, oxidative stress and autophagy in skin aging. Ageing Res Rev. 2020 Feb 24;59:101036. doi: 10.1016/j.arr.2020.101036. [Epub ahead of print]
  12. Kawada C, et al. Ingested hyaluronan moisturizes dry skin. Nutr J. 2014 Jul 11;13:70.
  13. Deutsche Verbraucherzentrale, 2018: Klartext Nahrungsergänzung – Kieselerde: förderlich für Haut, Haare und Nägel?
  14. Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung, 2018: Beauty-Report. Zahlen und Fakten aus den Studien b4p und b4t; 4-10.
  15. Sträter, A., 2017: No-Poo-Bewegung: Verzicht auf Shampoo und Seife.
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Bildquellen

  • Eine attraktive Frau: Izabela Magier | Shutterstock.com