AirGradient Monitor im Sonnenlicht mit nachhaltiger Verpackung – Luftqualität bewusst wahrnehmen.

AirGradient Erfahrungsbericht: Luftqualität bewusst messen

Ein Erfahrungsbericht mit AirGradient-Luftmessung in Portugal

Luft ist etwas Selbstverständliches – und gerade deshalb leicht zu übersehen. Sie begleitet jeden Atemzug, jedes Leben, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Meist wird sie erst dann bewusst, wenn sie sich verändert: wenn sie schwerer wird, wenn Gerüche sich verdichten, wenn Atmen Aufmerksamkeit verlangt.

Die Luft, die wir atmen, verbindet Innen und Außen, Körper und Umgebung. Und vielleicht beginnt genau hier ein anderer Blick auf Luftqualität – nicht als Zahl, sondern als Beziehung.

Auf unserer Offgrid-Quinta in Portugal leben wir eng mit Feuer, Holzofen, Kochen, Räuchern und dem Wald zusammen. Genau diese Nähe hat uns 2025 – während eines der größten Waldbrände Portugals – eindrücklich gezeigt, wie wichtig es ist, Luft bewusst wahrzunehmen. Das Feuer stoppte direkt an unserer Grundstücksgrenze. Wir sahen den gelblichen Rauch, rochen ihn, spürten ihn in der Lunge.

Plötzlich wurden ganz konkrete Fragen wichtig: Wann setzen wir Atemschutzmasken auf? Wann lüften wir? Und wann bleiben die Fenster besser geschlossen?

Aus dieser Erfahrung heraus haben wir uns mit Luftqualitätsmessung beschäftigt – nicht aus Angst, sondern aus tiefer Beziehung zur Luft, zum Feuer und zu den Elementen. Wir wollten verstehen, ohne zu kontrollieren. Und genau dafür hat AirGradient uns begeistert.

Wer steht hinter AirGradient?

AirGradient ist ein unabhängiges Projekt aus der Community – gegründet von Menschen, die selbst Luftqualität ernst nehmen, aber ohne Angst oder Dogma. Es entstand aus der Überzeugung, dass gute Messgeräte offen, nachvollziehbar und erschwinglich sein sollten, statt proprietäre Blackboxen von Konzernen zu sein. Das Team hinter AirGradient entwickelt die Hardware und Software komplett transparent (Open-Source auf GitHub), veröffentlicht detaillierte Kalibrierungsdaten und legt großen Wert auf Reparierbarkeit und Langlebigkeit. Es gibt keine keine versteckten Kosten und kein Marketing, das auf Panik setzt. Stattdessen: echte Messwerte, echte Integration (z. B. in Home Assistant) und die Möglichkeit, die Geräte selbst zu bauen. AirGradient ist kein Massenprodukt – es ist ein Werkzeug für Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen, ohne sich bevormunden zu lassen.

Was AirGradient misst – und warum es Sinn macht

AirGradient ist ein offenes, nachvollziehbares Luftqualitäts-Messsystem – kein geschlossenes Konzernprodukt, sondern ein Projekt von Menschen, die Luft verstehen, ohne sie zu dramatisieren. Es gibt zwei Geräte, die sich in der Praxis gut ergänzen.

Indoor-Sensor (AirGradient ONE) – misst in unserem Wohn-, Koch- und Lebensraum:

  • PM₂.₅ & PM₁₀ (Feinstaub)
  • PM₀,₃ Partikelzahl (ultrafeine Partikel – Frühwarnung bei Rauch)
  • CO₂ (Frische der Luft)
  • VOC-Index (Ausdünstungen von Ofen, Harzen, Kochen, Reinigung)
  • NOx-Index (Stickoxide aus Verbrennung)
  • Temperatur & Luftfeuchtigkeit

Outdoor-Sensor (Open Air) – wetterfest draußen:

  • Dieselben Sensoren wie Indoor – als Frühwarnsystem für Waldbrandrauch, Staub oder Stadtluft

Beide Geräte gibt es als fertig montierte Version oder als Bausatz (deutlich günstiger). Wir hatten zum Testen den Indoor fertig und den Outdoor als Bausatz – und ja: Das Zusammenbauen ist einfacher als Lego. Alles ist im Set enthalten, sogar der Schraubenzieher. In 15–20 Minuten steht ein solides, wetterfestes Gerät.

Unboxing & Praxis – wie es sich wirklich anfühlt

Das Unboxing war von Anfang an stimmig und durchdacht: eine ökologische, minimalistische Verpackung – ohne Überflüssiges. Der Indoor-Sensor kam fertig montiert an und ließ sich schnell integrieren. Nach der Einbindung in Home Assistant arbeitete er im Hintergrund mit – unaufgeregt und zuverlässig.

Der Outdoor-Bausatz war ein kleiner Spaß: Alle Teile klar beschriftet, die Anleitung verständlich und übersichtlich. Nach kurzem Schrauben und Stecken hing das Gerät draußen und lieferte sofort Daten. AirGradient liefert beide Sensoren entweder als Bausatz oder fertig produziert zur sofortigen Verwendung. Wie schwierig ist es den Bausatz fertigzustellen? Einfach – wer Lego beherrscht wird mit dem Bausatz Freude haben.

Integration in Home Assistant – unsere Wahl

Wir nutzen AirGradient nicht primär über das Hersteller-Portal, sondern haben beide Sensoren vollständig in Home Assistant integriert. Das ermöglicht uns, Langzeitverläufe statt Momentaufnahmen zu sehen, individuelle und entspannte Benachrichtigungen zu setzen und Luftdaten mit Wetter, Wind und Tageszeit zu kombinieren.

So bleibt der Alltag ruhig – und Information ist genau dann da, wenn sie gebraucht wird. Technik darf leise sein. Sie muss nicht ständig sprechen, um wirksam zu sein. Hier siehst du Darstellung der Werte sowohl am Hersteller Portal als auch in Home Assistant.

Unsere entspannten Schwellenwerte – passend zu unserem Leben

Wir haben bewusst sehr entspannte Grenzwerte gewählt – weil sie zu unserem Leben passen: Holzofen, Kochen und Leben in einem Raum, Räuchern mit Harzen als bewusste Praxis sowie die Nähe zum Wald und zu den Elementen.

Ein Anstieg von VOC durch Räuchern oder Ofen ist für uns kein Fehler, sondern Teil des Lebens. Wir erhalten nur dann eine Nachricht, wenn es wirklich „knistert“ – etwa bei starkem Waldbrandrauch draußen oder extrem hohen Werten drinnen. Das Dashboard zeigt uns Trends, nicht Panik. Wenn du gerne unsere aktuellen Luftwerte unserer Quinta sehen möchtest, kannst du dies gerne hier tun.

Für wen AirGradient Sinn macht

Nicht für Menschen, die jede Zahl als Bedrohung empfinden. Nicht für Perfektionsdrang oder Kontrollzwang. Sondern für Menschen, die mit Feuer leben, in Wald- oder Industriegebieten wohnen oder in Städten besser einschätzen möchten, wann Lüften sinnvoll ist – und die Zusammenhänge erkennen wollen, statt starren Regeln zu folgen.

Denn auch dort, wo sich die Außenluft nicht grundsätzlich verändern lässt, hilft Luftmessung, gute Zeitfenster zu erkennen: Tageszeiten mit weniger Verkehr, ohne Heizspitzen und mit günstiger Windlage.

Luftmessung ersetzt keine Wahrnehmung – sie vertieft sie.

Wenn dich die AirGradient-Luftmessung interessiert: Hier geht es zum Shop von AirGradient (* Werbung / Affiliate Link).

Unser Fazit

Wir empfehlen AirGradient, weil es sich im Alltag als sinnvoll erwiesen hat. Die Messungen helfen uns, Situationen besser einzuschätzen: wann Lüften gut tut, wann Rauch oder Feinstaub ein Thema werden und wann es klüger ist, Fenster geschlossen zu halten. Gerade im Zusammenspiel von Innen- und Außensensor entstehen Zusammenhänge, die man sonst nur erahnt. Luftmessung wird so zu einer praktischen Entscheidungshilfe – nicht zu einem ständigen Warnsignal. Wie jede Technik ist auch Luftmessung ein Angebot, kein Muss. Richtig eingesetzt unterstützt sie die eigene Wahrnehmung und hilft, bewusster mit der Luft umzugehen, die wir täglich einatmen. Am Ende geht es weniger um Messwerte als darum, im Alltag gute und informierte Entscheidungen zu treffen.

Offenlegung und Hinweis auf Werbung

Wir haben für diesen Beitrag bei AirGradient angefragt und zwei Luftsensoren kostenlos zum Testen erhalten. Wir danken der Firma für diese freundliche Unterstützung. Der Artikel spiegelt unsere ehrliche Erfahrung wider. Wir empfehlen das AirGradient-Projekt aus Überzeugung. Unsere Verlinkung zu AirGradient ist ein Affiliate Link. Dies bedeutet, wenn du über diesen Link einkaufst, erhalten wir eine kleine Provision für unsere Arbeit. Der Preis für dich ändert sich dadurch nicht.

Bildquellen

  • Europäische Luftqualitätskarte: AirGradient
  • Airgradient Dashboard: AirGradient
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